Freitag, 12. August 2016

Rolle und Haltung der ErzieherIn von heute (in der offenen Arbeit) Teil 2

Hallo ihr Lieben,

ich hatte gerade ein interessantes Telefonat mit einer Kollegin und dabei ist wieder deutlich geworden, dass die Herangehensweise an die offene Arbeit sehr unterschiedlich ist. Was ist nun der erste Schritt, um in die offene Arbeit zu gehen? Das Einrichten der Funktionsräume oder das Überdenken der eigenen Grundhaltung?

Aus diesem Grund bekommt ihr nun einen weiteren Auszug aus meinem Artikel „Rolle und Haltung der ErzieherIn von heute“.

Grundhaltung

(…)
Um offene Arbeit leben zu können brauchen wir eine offene Grundhaltung. Das bedeutet, ein Umdenken ist notwendig. Die offene Arbeit entsteht im Kopf und jeder, der so arbeiten möchte, muss innerlich davon überzeugt sein. „…Das Verordnen der offenen Arbeit, durch den Träger beispielsweise, stößt oft auf Widerstand der Mitarbeiter. Neue Haltungen, Einstellungen oder Überzeugungen lassen sich nicht verordnen, sondern können nur durch Ausprobieren, sich auf Neues einlassen und somit durch Sammeln neuer Erfahrungen erworben werden…“ (Auszug aus der Mitarbeit am Brainstorming von der Integrationserzieherin Sylvia P.)
(…)

Stolpersteine in Bezug auf Regeln
Im Kitaalltag gibt es natürlich auch in Bezug auf Regeln die gewissen Stolpersteine. Ist die Anzahl der Regeln so groß, dass sie eher die Unsicherheiten der Erzieher(innen) widerspiegeln, anstatt den Kindern als Orientierung zu dienen, schränken wir ihren nötigen Spielraum ein. In den Abteilungsbesprechungen werden oft Stunden damit verbracht, ein Gitter von Regeln und Verboten zu erarbeiten, die dann eines Tages doch im Papierkorb landen, da sich die Kinder- und Teamstruktur während der Erarbeitungszeit längst wieder verändert hat.  Durch Verbote wird den Kindern aber die Freude und Möglichkeiten neuer Erfahrungen genommen.

Partizipation
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Partizipation. Da dies ein sehr umfassendes Thema ist, komme ich im Kapitel „Qualitätssicherung“ noch einmal gezielt darauf zurück. Aber auch zur Haltung der Erzieherin gehört: „Demokratie leben und lernen“. Es gibt verschiedene Formen über das Zusammenleben mit den Kindern in der Kita. Es ist wichtig, mit den Kindern gemeinsam darüber zu entscheiden. Gemeinsam wird beispielsweise darüber entschieden: „Wie richten wir die Funktionsräume ein?“ oder „Worum geht es in unserem nächsten Projekt?“. Dadurch entwickeln Kinder Selbstbewusstsein und sie lernen, dass es sich lohnt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ein weiteres Beispiel wäre auch die Teilnahme am Morgenkreis. Gibt es in der Kita freiwillige Morgenkreise oder müssen alle Kinder daran teilnehmen. Wenn ja … warum? Was ist mit der Selbstbestimmung und dem Wahlrecht der Kinder? Für wen machen wir die Morgenkreise? Für uns oder für die Kinder. Verpflichtende Morgenkreise und Angebotspläne sind nicht die Muster der offenen Arbeit, sondern versteckte alte Muster der Gruppenstruktur. Wir verplanen die Zeit der Kinder. Aber wer gibt uns das Recht dazu?
(…)



Was sagt ihr dazu? Könnt ihr mit meiner Meinung mitgehen? Habt ihr noch weitere Aspekte, die euch durch den Kopf gehen?

Aktualisierung des Artikels durch Mandy Schmitz, Mai 2019

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen