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Sonntag, 14. April 2019

Beschwerdemanagement für Kinder in der Kita



B

eschwerdemanagement für Kinder                          

Kinder haben das Recht, sich zu beschweren. Zur Sicherung der Rechte von Kindern gibt es in unseren Einrichtungen geeignete Verfahren der Beteiligung sowie die Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten des Kindes gemäß § 45 SGB VIII Abs. 2, S. 3.

Jedes Kind hat grundsätzlich das Recht, sich über alles, was es bedrückt, zu beschweren. Das Beschwerderecht wird in unseren Einrichtungen in keiner Weise eingeschränkt. Alle Kinder dürfen ihre Beschwerden angstfrei äußern. Unsere pädagogischen Fachkräfte zeigen sich respektvoll und wertschätzend den Kindern gegenüber. Jedes Kind erhält bei Bedarf individuelle Hilfe von einem Mitarbeiter seines Vertrauens. Beschwerden können sich auch gegen pädagogische Fachkräfte richten. Unsere Mitarbeiter gestehen sich bei zutreffendem Sachverhalt Fehlverhalten ein und setzen Verbesserungsmöglichkeiten um. Auf Grund von Alter und Entwicklungsstand können nicht alle Kinder ihre Beschwerde verbal äußern. Unsere pädagogischen Fachkräfte sind daher gefordert, die vielfältigen Ausdrucksformen der Kinder feinfühlig wahrzunehmen und gegebenenfalls als Beschwerde zu interpretieren. Auch werden Beschwerden oft nicht konkret benannt. In diesem Fall werden von den Kindern Sätze wie:

„Kommt Mama bald?

Mir ist langweilig.

Die Jungs / Mädchen sind voll doof.

Ich will nach Hause.“

gebildet.

Zu den nonverbalen Signalen von Beschwerden zählen beispielsweise das Zurückziehen oder Weinen der Kinder, aber auch Reaktionen wie Kopf schütteln, Schlagen, körperliches Abreagieren oder das Ohren zuhalten. Dies alles sind nicht direkt geäußerte Beschwerden und werden von unseren Fachkräften trotz alledem einbezogen und bearbeitet. Die Ursache jeder Beschwerde ist ein unerfülltes Bedürfnis des Kindes.



Beschwerden können sein:

-      Beschwerden über das Verhalten von anderen Kindern.

-      Beschwerden über das Verhalten von Erwachsenen (Fachkräfte, Eltern).

-      Beschwerden über das Materialangebot.

-      Beschwerden über die Kitastruktur.

-      Beschwerden über die Raumgestaltung.

-      Beschwerden über die Kitaregeln.





Kinder benötigen ein Angebot verschiedener Beschwerdestellen:


Montag, 21. Mai 2018

Schutzkonzept - Partizipation


Partizipation, Kinderschutz und Beschwerdemanagement sind die drei großen Bausteine, die in jedes Schutzkonzept in Kindertageseinrichtungen gehören. Sie gehören hier rein...genau. Das bedeutet aber nicht, dass sie schriftlich verankert sein müssen. Das bedeutet, sie müssen von jedem Mitarbeiter gelebt werden.
Hier nun ein kleines Beispiel, was Partizipation bedeutet und wie dieses im Alltag integriert werden kann...



Das Recht auf Partizipation ist ein Recht des Kindes, welches im Art. 12 der UN – Kinderrechtskonvention verankert ist. Hierzu gehören das Recht auf Mitsprache und Beteiligung und das freie Äußern der eigenen Meinung. Die Meinung des Kindes muss angemessen und entsprechend des Alters und der Reife des Kindes berücksichtigt werden.

Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben in der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Das Leben in der Kindertagesstätte ist grundsätzlich von Gleichberechtigung und gemeinsamer Verantwortung geprägt. Beteiligung bedeutet das Hineinwachsen in demokratische Werte.

Unsere pädagogischen Fachkräfte sehen die Kinder für partizipative Prozesse als Experten in eigener Sache an. Sie lassen sich auf die Themen, die die Kinder gerade beschäftigen ein und gehen mit ihnen ergebnisoffene Wege. Wir trauen den Kindern zu, gemeinsam Regeln und Strukturen zu entwickeln und über deren Umsetzung zu entscheiden. Des Weiteren sind wir der Meinung, dass Kinder in der Lage sind, Entscheidungen, die ihr Leben im Jetzt und Hier betreffen, selbst zu fällen. Bildung durch Selbstbildung: Die Kinder bilden und entwickeln sich in unseren Einrichtungen selbst, indem sie sich aus eigenem Antrieb ihrer Umgebung und anderen Menschen zuwenden. Um die Interessen und Lebensbezüge der Kinder im Kitaalltag einbetten zu können, beteiligen wir sie und lassen sie zu Gestaltern ihrer eigenen Bildungsziele und -prozesse werden. Partizipation findet im alltäglichen Umgang statt. Unsere pädagogischen Fachkräfte lassen sich auf die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder ein und wollen gemeinsam mit ihnen Lösungen finden. Dabei werden die Kinder als gleichwertige Partner betrachtet. Alle Kinder werden von unseren Mitarbeitern ernst genommen. Sie unterstützen und begleiten die Kinder und sind offen für das, was passiert. Die Beteiligungsstrukturen in der Kita machen die Rechte der Kinder sichtbar. Diese Rechte sichern wir den Kindern verbindlich zu.

Partizipation verschafft den Interessen von Kindern Geltung und unterstützt sie in ihrer Selbstbestimmung. Miteinander ausgehandelte Regeln bilden den Rahmen, in dem sich die Kinder selbständig bewegen und ihren Kita-Alltag aktiv mitbestimmen.

So erlebt sich jedes Kind als wichtiger Teil einer Gemeinschaft und erkennt, welchen Einfluss es selbst auf die Gestaltung seiner Umgebung nehmen kann.

Partizipation findet in unseren Einrichtungen in verschiedenen Bereichen statt:

-      im Rahmen der Kinderkonferenzen

-      bei der Gestaltung von Projekten und Angeboten

-      bei der Gestaltung der Werkstätten (innen und außen)

-      beim Aushandeln von Regeln

-      bei der Planung von Ausflügen

-      bei der Gestaltung von Geburtstagen

-      bei der Gestaltung des Tagesablaufs

-      bei der Anschaffung von Materialien

-      bei der Alltagsgestaltung

-      bei der Wahl von Kinderausschüssen, bei denen Kinder, für die das anstehende Thema bedeutsam ist, die Entscheidungen zu diesem Themenkomplex treffen (z.B. Sommerfest)

Montag, 16. Oktober 2017

Was bedeutet Werkstatt - Kita?


Hallo Ihr Lieben,
nach langer Zeit melde ich mich nun wieder zu Wort. Ich habe in den letzten Monaten viel Neues gelernt und die Pädagogik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Zunächst habe ich natürlich mein Erzieherauge auf das gesamte Geschehen. Durch meine Position als stellvertretende Kitaleiterin, konnte ich einiges mit anderen Augen sehen. So hat sich in unserer Kita vieles verändert. Nun habe ich das Ganze auch aus Trägersicht betrachten können. Das Ergebnis lautet: Wir haben vieles ausprobiert und tasten uns langsam daran, die Funktionsräume in Werkstätten zu verwandeln. Damit Ihr eine Ahnung bekommt, was das bedeutet, habe ich es hier einmal kurz erläutert.

Was bedeutet Werkstatt – Kita?[1]                             

Kinder brauchen Räume zum Ausprobieren, Experimentieren und Forschen, in denen sie zusammen mit anderen Kindern immer wieder neue Dinge erfinden können. Sie brauchen Räume, in denen sie die Experten sind und sie die Regie führen, Räume, in denen die Pädagogen verlässliche Bezugspersonen sind, die ihnen weiterhelfen, wenn sie es wollen – und nicht umgekehrt.

In unserer Werkstatt – Kita stehen die aktiven und selbsttätigen Kinder im Mittelpunkt. Sie können aus eigenem Antrieb, allein oder mit anderen Kindern zusammen zur selben Zeit ganz unterschiedliche Dinge tun. Lernprozesse fangen dort an, wo das Bedürfnis eines Kindes Resonanz in der Umgebung findet. Die spontane Aktivität eines Kindes sucht Herausforderungen in der Umgebung und dem Material.

Die Einrichtung der Werkstätten weist alters- und entwicklungsbedingte Unterschiede der Kinder auf.

Im Krippenbereich finden die Kinder Schutz und Geborgenheit in den Räumen und mit den Pädagogen. Hier gibt es im überschaubaren Rahmen sinnfreies Material (z.B. Bauen mit Naturmaterialien und Alltagsbauelementen) sowie Grundmaterialien, mit denen sie sich ausprobieren können. In einem geborgenen Raum können die Kinder bei sich selbst sein und sinnlich wahrnehmen, was sie empfinden, fühlen und berühren. Die Pädagogen arbeiten mit den Kindern zusammen und begleiten sie sprachlich in ihrem Tun.


Sonntag, 21. Mai 2017

Rolle und Aufgabe der pädagogischen Fachkraft


Rolle und Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte:

In Bezug auf offenes Denken und Handeln:

„Das Leben anzuregen und es sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.“ Maria Montessori

Unsere pädagogischen Fachkräfte haben eine offene Haltung nach innen und nach außen. So wird jedes Kind in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und in seiner Aneignung der Welt ermutigt. Unsere Mitarbeiter begleiten den Bildungsprozess jedes Kindes offen und flexibel. Sie bieten Geborgenheit und Schutz, unterstützen und ermutigen die Kinder. Sie stehen mit den Eltern in ständigem Kontakt und regem Austausch.

In unseren Kindertagesstätten bestimmen die Kinder den Alltag. Sie hinterlassen auf ihrem Weg Spuren, die die pädagogischen Fachkräfte folgen. Dabei werden die Kinder beobachtet und ihr Handeln reflektiert. Die Mitarbeiter ziehen Schlüsse aus dem Spielverhalten der Kinder für weitere Angebote oder Projekte. Auf dem Weg der Kinder geben die Pädagogen Hilfestellungen und gehen bei Bedarf gemeinsam mit den Kindern auf Fehlersuche. Dabei bieten sie verschiedene Lösungswege, wobei die Kinder entscheiden, welchen sie ausprobieren wollen.

„Demokratie leben und lernen“. Es gibt verschiedene Formen über das Zusammenleben mit den Kindern in der Kita. Es ist wichtig, mit den Kindern gemeinsam darüber zu entscheiden. Gemeinsam wird beispielsweise darüber entschieden: „Wie richten wir unsere Werkstätten ein?“ oder „Worum geht es in unserem nächsten Projekt?“. Dadurch entwickeln Kinder Selbstbewusstsein und sie lernen, dass es sich lohnt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Wir bringen jedem Kind Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entgegen. Ein stärkenorientiertes Arbeiten fördert die Entwicklung der Kinder und lässt sie Resilienz fähig werden.

In Bezug auf Bindungs- und Beziehungsarbeit:

Bedeutsamkeit des Spiels


Spiel ist die Hauptaneignungstätigkeit der Kinder von Geburt an. Kinder werden mit Forscher- und Entdeckerdrang geboren, sie wollen lernen und ihre Welt erkunden.

In unseren Werkstätten bekommen die Kinder täglich die Möglichkeit selbstbestimmt an ihren Themen zu arbeiten. Dazu gehört auch das freie Spiel der Kinder. In jeder Werkstatt gibt es Themenecken, in denen sie sich ausprobieren und spielen können.

Das Spiel bleibt in unseren Einrichtungen eine selbstbestimmte Tätigkeit der Kinder. Dabei handeln die Kinder um der Handlung willen und arbeiten, wie in den Projekten auch, nicht ergebnisorientiert. Im Fokus steht die Freiwilligkeit und der Spaß. Im Spiel stellen sich die Kinder selbst Fragen, erfinden bzw. suchen nach Antworten. Das Spiel wird zur selbst motivierten Erkenntnisquelle. Es ist Lernen mit allen Sinnen, mit starker emotionaler Beteiligung, mit geistigem und körperlichen Krafteinsatz und fordert und fördert die ganze Person.

„Einfach nur gespielt…“

-      Kinder setzen sich im Spiel intensiv mit ihrer Umwelt auseinander.

-      Im Spiel lernen sie den Umgang mit sich selbst, Dingen und anderen Menschen.

-      Das Spiel bietet Freiraum zum Experimentieren, Erproben, Erfahren und zwar mit allen Sinnen.

-      Im Spiel können neu erworbenes Wissen und Erfahrungen verarbeitet, wiederholt und gespeichert werden.

-      Im Spiel lernen Kinder die Bewältigung von eigenen Aufgaben.

-      Das Spiel fördert die Kommunikation und erlaubt es Sozialerfahrungen zu machen.

-      Im Spiel wird das Kind mit verschiedenen Gefühlen konfrontiert und erlernt den Umgang mit diesen.

-      Das Spiel ermöglicht es, Gedanken, Wünsche, Sorgen und Probleme auszudrücken.

-      Im Spiel können sich Kinder neu erfinden.

-      Kinder imitieren im Spiel die Lebenswelten von Erwachsenen.

-      Spielen dient zur Erholung, Entlastung und zum Sammeln neuer Kräfte.

-      Im Spiel entwickeln Kinder Selbständigkeit und Autonomie.

-      Das gefahrlose Überschreiten von Grenzen ist im Spiel möglich.

Um die Lernprozesse der Kinder zu fördern geben ihnen die Pädagogen eine lernfreundliche Haltung und anregungsreiche Umgebung. Wir lassen Kinder ihre eigenen Dinge erforschen und beobachten sie dabei aufmerksam. So erfahren wir, welche persönlichen Strategien sie verfolgen, welche Umwege oder Sicherheitsschleifen sie benötigen, um beim Abenteuer Lernen wieder Luft zu holen, wie sie mit Fehlern umgehen, welche eigenen Hypothesen und Theorien sie entwickeln und wo wir selbst eigentlich gebraucht werden.

In der Gestaltung des Spiels ist es uns als Träger, Kindertagesstätte und aller hier tätigen Mitarbeiter wichtig, den Kindern Freiraum zu lassen, ungestört ihre eigenen Spielideen zu entwickeln, zu gestalten und zu beenden. Dazu werden wir:

-      die Kinder beim Spiel beobachten und daraus unser pädagogisches Handeln ableiten,

-      den Kindern die Möglichkeit geben, sich im Spiel zu vertiefen und Spielpartner zu finden,

-      das Spiel des Kindes in seiner Sinnhaftigkeit wahrnehmen,

-      unbeobachtete Spielräume schaffen,

-      die Strukturen im Tagesablauf regelmäßig überprüfen, um Spielunterbrechungen zu vermeiden und

-      uns bei Bedarf als Spielbegleiter anbieten.

Alle Mitarbeiter unseres Trägers tragen Verantwortung, Voraussetzungen und notwendige Bedingungen für ein erlebnisreiches, erfülltes Spiel zu sichern („Recht auf Spiel“ Art. 31 UN-Kinderrechtskonvention).

Aktualisierung des Artikels durch Mandy Schmitz, Mai 2019

Sonntag, 16. April 2017

Hochbegabung bei Kindern


„Was soll ich machen, mein Kind ist hochbegabt?“



Einleitung:

Alle Eltern wünschen sich hübsche und kluge Kinder, schließlich soll aus ihren „Sprösslingen“ einmal etwas werden. Aber wie sollen Eltern reagieren, wenn ihr Kind „anders“ ist, als alle anderen?

„Mein Kind ist doch nicht anders. Es sind die anderen Kinder, die nicht „normal“ sind. Mein Kind ist zwar intelligenter als die anderen, aber ist das schlimm? Das ist doch toll und hilft ihm später in der Schule, dann brauche ich nichts mehr unternehmen, um es zu fördern.“

So ähnlich könnte eine Mutter eines hochbegabten Kindes sprechen. Um dies aber tun zu können, müssen Eltern erst einmal wissen, dass sie ein hochbegabtes Kind haben. Bis dahin ist es ein weiter Weg und man erreicht das Ziel oft nur durch viele Umwege, wie Irrtümer, beispielsweise: „Ihr Kind ist hyperaktiv und muss nun behandelt werden“.

In Deutschland leben rund 350 000 hochbegabte Kinder. Diese Kinder sind sehr sensibel und werden oft als „schwierig“ abgestempelt.

Auf den folgenden Seiten möchte ich herausfinden, was Hochbegabung eigentlich ist, ob es für das betroffene Kind nützlich ist und wie es in seiner Begabung gefördert werden kann.

  Was ist Hochbegabung?


Meine Recherchen haben ergeben, dass es keine eindeutige Definition für Hochbegabung gibt.

Von Begabung oder Talent wird gesprochen, wenn ein Kind über eine ausgeprägte Bedingung verfügt, besonderes Leistungsverhalten zu erbringen. Es wird aber auch gesagt, dass Hochbegabung bereits mit einem Intelligenzquotienten von 130 beginnt. In einer anderen Definition heißt es: "Unter (Hoch-)Begabung werden die kognitiven, motivationalen und sozialen Möglichkeiten des Individuums verstanden, auf einem oder mehreren Gebieten gute bis herausragende Leistungen zu erzielen."1 Als weitere Erklärung heißt es, dass es wesentliche Kennzeichen bei hochbegabten Kindern gibt. Dazu gehören: Überdurchschnittliches hohes Entwicklungsniveau, Motivation und Energie, Anstrengungsbereitschaft, hohe Lerngeschwindigkeit und Abstraktionsfähigkeit. Ich denke, dass auch äußere Faktoren bei der Ausprägung der Hochbegabung eine Rolle spielen, auf die ich später noch komme.

Da es nun keine einheitliche Definition gibt, werde ich in meiner Arbeit versuchen, diese hier angegebenen zu bestätigen und am Ende als Definition zu formulieren oder ich werde diese widerlegen.

Hochbegabte Kinder fallen auf:



Oft verhalten sich besonders begabte Kinder anders als ihre Altersgenossen, was zu Schwierigkeiten führen kann. Häufig ist dies aber die einzige Möglichkeit, dass das Kind wahrgenommen wird. In der Kindertagesstätte fällt es beispielsweise auf, wenn es sich oft langweilt oder Spiele „doof“ findet und deshalb in der Gruppe stört. Zeigt das Kind sein Interesse an anderen vielleicht nicht altersangemessenen Dingen, wird es für „zu jung“ gehalten und das Interesse muss vom Kind unterdrückt werden. Da es sich in der Gruppe nicht einbringen kann, wird es oft zum Außenseiter. Hat das Kind die schwere Zeit in der Kita hinter sich gebracht, wird es in der Schule meistens nicht leichter. Wenn die Hochbegabung noch nicht festgestellt ist, kann das Kind auch nicht gesondert gefördert werden. Die Folge daraus ist eine Unterforderung des Kindes. Um nun wahrgenommen zu werden wird das hochbegabte Kind eventuell zum Klassenclown, um akzeptiert zu werden. Es kann aber auch sein, dass das Kind sein Wissen im Unterricht einbringt, wodurch es als Streber oder Besserwisser gilt und dadurch unbeliebt wird. Eine weitere Möglichkeit liegt darin, dass das Kind von den Mitschülern und Lehrern nicht verstanden wird, wodurch es sich nicht akzeptiert fühlt. Erkannt wird dann nur die schwache Leistung, die das Kind bei Resignieren bringt.

Wie kann Hochbegabung bei einem Kind festgestellt werden?



Die Begabung eines Kindes kann nur durch genaue, andauernde Beobachtung und richtige Interpretation festgestellt werden. Dies kann durch Lehrer, Erzieher, Eltern oder auch Therapeuten/Ärzte geschehen.

Neben der Feststellung des Intelligenzquotienten, der bei einem hochbegabten Kind 130 und höher ausfallen muss, gibt es auch andere Kennzeichen, die untersucht werden müssen. Lehrer haben die Möglichkeit, Kinder durch die Vergabe von Zensuren einzuschätzen. Sie wissen, ob die Leistungen anhaltend sind, oder nur themenbezogen. Sie sehen auch, wie leistungsorientiert das Kind ist und können so durch intensive Beobachtungen erkennen, ob ein Kind begabt oder sogar hochbegabt sein könnte. Aufgrund ihrer gemachten Beobachtungen können Lehrer so mit den Eltern des anscheinend begabten Kindes sprechen, so dass diese dem nachgehen können.

Werden Kindern vielfältige Anregungen in verschiedenen Bereichen gegeben, können Erzieher, Lehrer usw. die Begabungen der einzelnen Kinder erkennen. Die Bereiche sollten vielfältig sein, dass heißt, dass Bücher natürlich wichtig sind, dem Kind aber auch die Möglichkeit gegeben werden muss, Erfahrungen in der Natur oder in handwerklichen Bereichen zu sammeln. Es gibt auch altersgemäße Computerprogramme, mit denen Wissen auf spielerischer Art und in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen vermittelt werden können. So kann beobachtet werden, wie lange sich ein Kind mit bestimmten Themen und Schwierigkeiten befasst. All das sind Möglichkeiten, dem Kind etwas zu bieten und es bei der Durchführung zu beobachten.

Bei hochbegabten Kindern gibt es verschiedene Merkmale in den Bereichen Lernen und Denken, Arbeitshaltung und Interessen und im sozialen Verhalten. Diese Merkmale sind im Anhang 1 zu finden.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass jeder ein Individuum ist und andere Merkmale vorhanden sein können. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, worauf ich im Punkt „Probleme“ noch zurückkommen werde.

Vorgehensweise zur Überprüfung, ob das Kind hochbegabt ist:


Samstag, 29. Oktober 2016

Mathematik in der Kita - Projekt


Was wir mit Zahlen alles machen können

Viele Kinder können bereits in der Kita zählen. Wir Erzieher sollten aber herausfinden, ob das Gezählte auswendig gelernt ist oder ob die Kinder wirklich die Bedeutung der Zahlen kennen. Es ist also wichtig, dass wir die Augen öffnen, wenn es um die Mathematik geht.

Ich hatte im letzten Post von meinem Erlebnis zweier Brüder geschrieben. Ich weiß, dass sie sehr gut zählen können, auch weit über der 10 hinaus. Als es aber nun darum ging, die Kinder zu zählen, damit jedes Kind ein Eis bekommt, funktionierte es nicht, dass sie auf die richtige Anzahl gekommen sind. Woran liegt das nun? Könnte der Grund dafür sein, dass sie das Zählen auswendig gelernt haben? Woran lag die Schwierigkeit, 12 Kinder abzuzählen, wenn sie doch eigentlich bis 40 / 50 zählen können? Ähnlich verhält es sich mit den geometrischen Formen. Fast alle kennen die Grundformen (Kreis, Dreieck, Viereck), aber kaum jemand unterscheidet das Viereck zwischen Rechteck und Quadrat.

Mathematik begleitet uns im Alltag, ganz unbewusst. Das Interesse an Zahlen und Formen kann sich weiter entwickeln, wenn wir den Kindern den passenden Raum dafür bieten!

So bin ich eines Tages mit einigen Kindern losgezogen, ausgerüstet mit Fotoapparaten und wir haben beim Spazieren gehen alles fotografiert, was mit Mathematik zu tun haben könnte (Verkehrszeichen in verschiedenen Formen, Nummern an den Haustüren und Bussen, Mengen z.B. in welcher Reihe stehen mehr bzw. weniger Einkaufswagen, Umgang mit Geld durch gemeinsames einkaufen etc.). All das können wir auch in der Kita machen. Ich hatte vor einiger Zeit den Post: „Lernen und die Bedeutsamkeit des Spiels“. Dort hatte ich euch gezeigt, was Kinder in den einzelnen Funktionsräumen alles lernen können. Wenn Ihr ihn gelesen habt, ist Euch sicherlich aufgefallen, wie viel Mathematik sich darin verbirgt. Unabhängig von einer Matheecke!

Da ich Naturwissenschaft bereits in der Kita als besonders wichtig empfinde, habe ich dies vor einiger Zeit zu meinem Spezialgebiet gewählt und einiges ausprobiert. Wichtig ist hierbei natürlich die Wasserwerkstatt. Das macht den Kindern Spaß (sie lieben es) und sie lernen auf spielerische Art vieles über unsere Naturgesetze und über die Mathematik.

Auch eine speziell eingerichtete Matheecke ist von großer Bedeutung. Ich persönlich arbeite sehr gerne mit den Materialien von Maria Montessori, da man sie mit den Kindern gemeinsam selbst herstellen kann. Auch der Fröbelkasten zeigt immer wieder eine positive Wirkung und wird von den Kindern gerne genutzt.

Damit die Kinder erkennen, dass sie sich in der Welt der Zahlen und Formen befinden, haben wir beim Einrichten der Matheecke zunächst weniger auf die Materialien geschaut und dafür mehr auf den Wiedererkennungswert. Das bedeutet, wir haben uns mit Zahlen und Formen auseinandergesetzt und diese an die Wände gemalt. Das klingt vielleicht seltsam, aber es war der Wunsch der Kinder. Nachdem Würfel, Zahlen und geometrische Formen an der Wand waren, gab es zunächst einen Tisch mit 4 Stühlen und ein kleines Regal. Mehr nicht!

Wie bereits erwähnt, mag ich die Montessori Materialien und ich habe Fotos davon mitgebraucht, es den Kindern gezeigt und erklärt und sie haben entschieden, welches Material wir davon anfertigen. Am Ende des Kitajahres war unser Regal voll mit Materialien. Durch die Selbstgestaltung waren sie mächtig stolz darauf und sind sehr sorgsam damit umgegangen. Sie haben selbständig damit gearbeitet oder auch mit uns Erziehern gemeinsam.



Nun möchte ich Euch ein Beispiel für ein Zahlenprojekt (1 – 10) zum Einstieg in die Mathematik geben:

Die Zahl 1        



Mathematik in der Kita




„Mathematische Grunderfahrungen bei Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren“

Heute habe ich gemeinsam mit den Kindern das Mittagessen gemacht. Da wir Freitag haben, gibt es zum Nachtisch Eis! Darauf freuen sie sich die ganze Woche und übernehmen gerne freiwillig den Tischdienst, da sie wissen, dass sie dann das Eis holen dürfen. Bei mir in der Abteilung gibt es Drillinge. Einer von ihnen war in der zweiten Runde Tischdienst, der andere in der dritten. Heute dachte ich mir: „Mensch, so wenig Kinder, es ist entspannt und wir sind gut in der Zeit … ich lass sie mal die Kinder zählen und dann entsprechend das Eis holen. Vorab möchte ich gerne erwähnen, dass die Beiden sehr gut entwickelt sind, vor allem auf der kognitiven Ebene. In der zweiten Runde zählte „Maik“ 6 Kinder. Ich dachte mir: „Ok, dann hol mal 6 Eis. Mal sehen, wer keines bekommt.“. Gemeinsam mit seinem Tischdienstpartner ging er in die Küche. Als sie wiederkamen dachte ich: „Wow, das sind aber mehr als 6. Warum bringt ihr plötzlich so viele?“ Die Antwort war schon süß: „Wir haben vorsichtshalber ein paar mehr mitgebracht.“ Es waren 10 Eis und wir hatten 12 Kinder. Sie haben es schnell bemerkt und die zwei fehlenden nachgeholt.

In der dritten Runde, war nun sein Bruder und auch er sollte die Kinder zählen. Die Antwort lautete: „Es sind 6 Kinder.“ Ich antwortete darauf, dass ich die gleiche Antwort auch von seinem Bruder bekam. Ich schickte die beiden Tischdienste los und auch sie kamen mit mehr Eis zurück. Ich fragte sie wieder, weshalb sie mit mehr als 6 Eis zurückkommen und er antwortete mir: „Auf dem Weg in die Küche, dachte ich mir, ich bringe mal 9 Eis mit.“ Es hätten im enddefekt 10 sein müssen, aber auch ihm machte es nichts aus, noch eins nach zu holen.

Und so kam ich auf die Idee, mir über die Mathematik in der Kita Gedanken zu machen! Natürlich habe ich mir auch Gedanken über die Antworten gemacht. Beide haben im Alter von 5 Jahren unabhängig voneinander eine unterschiedliche Anzahl Kinder gezählt und mir als Antwort "6" gegeben. Woran liegt es? An der Mathematik? Oder an der Tatsache, dass es sich um Zwillinge bzw. Drillinge handelt? Auch das ist eine interessante Frage und muss demnächst untersucht werden ;-) 
In diesem Post soll es nun aber erst einmal um die Mathematik gehen. 


Mathematische Grunderfahrungen im Wandel der Zeit


Friedrich Fröbel (1782–1852) brachte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mathematische Elemente in die vorschulische Bildung ein. Im Mittelpunkt seines pädagogischen Konzeptes stand die mathematische Bildung durch seine „Spielgaben“.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Die Entwicklung des bildnerischen Gestaltens und des Spiels


Die Entwicklung des bildnerischen Gestaltens und des

Spiels im

Alter von 9 bis 14 Jahren

Allgemeiner Teil
Diese Arbeit soll die kindliche Entwicklung im Bezug auf bildnerisches Gestalten, Spiel, Motorik und Sprache abhandeln. Der Schwerpunkt liegt auf dem bildnerischen Gestalten und dem Spiel.

Das Alter von neun bis vierzehn Jahren lässt sich in zwei grundlegende Phasen einteilen. Zum einen in die späte Kindheit und zum anderen in die frühe Adoleszenz.


Montag, 24. Oktober 2016

Hilfen zur Erziehung (§§ 27 ff KJHG), insbesondere § 33 KJHG mit Fallbeispiel und Begleitung im Kitaalltag


§ 27 KJHG Hilfe zur Erziehung

Die Hilfe zur Erziehung ist in § 27 KJHG verankert. Dieser Paragraph dient als präventive Leistung für Eltern, um einer eventuellen Gefährdung des Kindeswohls entgegenzuwirken.

Besteht die Gefahr einer Kindeswohlgefährdung nach § 1666 BGB und ist aus diesem Grund die Erziehung des Kindes bzw. des Jugendlichen nicht gewährleistet, kann nach § 27 Abs. 1 und 2 KJHG jeder Personensorgeberechtigte individuelle Hilfe bei der Erziehung von Kindern oder Jugendlichen in Anspruch nehmen. Die zur Verfügung gestellte Hilfe muss der Entwicklung des Kindes dienen. Die Hilfen sollen im Inland erbracht werden, damit das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen nicht außer Acht gelassen wird. Ist ein Erreichen des Ziels nur im Rahmen eines Auslandaufenthaltes möglich, wird dies im Einzelfall bewilligt. Wichtig ist hierbei das Einhalten der im Hilfeplan festgelegten Richtungs- und Handlungsziele gemäß § 36 KJHG.   Nach § 27 Abs. 2a KJHG können „Verwandte“ die Vollzeitpflege für Kinder und Jugendliche, deren Eltern Hilfe zur Erziehung benötigen, übernehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass die mögliche Pflegeperson in der Lage ist, mit dem Träger zu kooperieren. Pädagogische, wie auch therapeutische Leistungen müssen bezüglich § 27 Abs. 3 KJHG bei der Hilfe zur Erziehung gestattet werden. Ebenso sollen Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen gewährleistet werden, um die Jugendlichen in die Arbeitswelt und Gesellschaft einzugliedern. Bekommt eine Minderjährige selbst ein Kind, umfasst  die „Hilfe zur Erziehung“ auch die Pflege und Erziehung des Kindes, gemäß § 27 Abs. 4 KJHG.

In den §§28-35 sind die verschiedenen Möglichkeiten der Hilfe aufgegliedert, die je nach der Entscheidung des Jugendamtes in Absprache mit den Beteiligten erfolgen. Eine Auflistung der verschiedenen Möglichkeiten sind im Anhang zu finden. Werden diese Hilfen näher betrachtet, ist festzustellen, dass der Übergang  fließend ist und sie sich gegenseitig ergänzen. Später möchte ich auf den §33 KJHG Vollzeitpflege näher eingehen.



Gründe für die Nichtinanspruchnahme von Hilfen

Die Inanspruchnahme der Hilfen nach §§27ff. KJHG ist für Familien aus gesellschaftlichen und persönlichen Gründen oft zunächst kaum möglich. Zu den gesellschaftlichen Gründen zählt, dass es bei den Nachbarn als „Verpönt“ gilt, wenn Eltern Erziehungshilfe vom Jugendamt in Anspruch nehmen. Er wird als inkompetent und „asozial“ gesehen. Die größte Angst der betroffenen Eltern ist das eigene Kind zu verlieren. Hinzu kommt das Preisgeben der eigenen Lebensweise und  der häuslichen Umgebung.  In einigen Fällen werden beispielsweise Alkohol und Drogen regelmäßig konsumiert, was bei einer Überprüfung durch das Jugendamt erkannt werden könnte. Der Betroffene hat die Befürchtung, zu Entzugsmaßnahmen gezwungen zu werden. Psychisch-Labile-Menschen haben Angst ihren vielleicht einzigen Halt, das Kind, zu verlieren. Bei Personen, die ein „Messie“-Verhalten zeigen, ist ein Zugang zu der häuslichen Umgebung für hilfestellende Personen kaum möglich.

§33 KJHG Vollzeitpflege


Sonntag, 9. Oktober 2016

Autismus in der Kita


Was ist Autismus:

„Autismus ist eine angeborene schwerwiegende Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, d.h. die Funktionsweise des Gehirns ist eingeschränkt oder stark beeinflusst.“[1]

Im Allgemeinen sprechen wir über ASS (Autismus-Spektrumsstörung). Hierbei wird unter frühkindlichem Autismus, Asperger Autismus, Functioning Autismus und Atypischen Autismus unterschieden.

Da mein Schwerpunkt im frühkindlichen Autismus liegt, erkläre ich hier nur kurz die Unterschiede der einzelnen Formen[2]:

Der Atypische Autismus zeigt gegenüber dem frühkindlichen Autismus Unterschiede beim Zeitraum der Diagnose oder in der Ausprägung der Symptome.

Functioning Autismus oder auch Funktionaler Autismus zeigt in der Regel die Symptome des frühkindlichen Autismus. Hinzu kommt hier allerdings die zusätzliche Ausprägung des Intelligenzquotienten, welcher in diesem Fall besonders hoch oder niedrig sein kann.

Eine besondere Form von Autismus zeigt das Asperger Syndrom. Diese Form zeigt kaum Beeinträchtigungen in der kognitiven und Sprachentwicklung. Deutlich wird auch immer wieder, dass die Kinder einen durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen IQ aufweisen. Einschränkungen haben Menschen, die unter dem Asperger Syndrom leiden im Bereich der sozialen Interaktion, dem Sozialverhalten und der Motorik.

Der frühkindliche Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die die gesamte psychische Entwicklung beeinflusst. Meist zeigt sie sich vor dem dritten Lebensjahr. Hier zeigen sich neben Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion vor allem Entwicklungsstörungen in der Sprachentwicklung (kein Sprechen oder zusammenhangslose Laute) bzw. Kommunikation. Hinzu kommen sich wiederholende (repetitive) und stereotype Verhaltensweisen.

Das Hauptsymptom liegt im Bereich der sozial-emotionalen Entwicklung durch die „Abkapselung“ von der menschlichen Umwelt. Autistische Kinder nehmen selten Kontakt zu anderen Menschen auf. Lieber beschäftigen sie sich stundenlang allein. Gefühle, Zuneigung, Zärtlichkeiten ihren Mitmenschen gegenüber sind nicht zu erkennen. Würden wir diese Kinder dazu „zwingen“, würde eher eine Abwehrreaktion erfolgen, als das Einlassen auf die Situation. Wollen autistische Kinder mehr über ihren Mitmenschen erfahren, tun sie dies durch Riechen, Tasten oder Mundkontakt. Aber bis dahin ist es ein langer Weg!


Auch im Bereich der Wahrnehmung gibt es Entwicklungsstörungen. Die Sinne des autistischen Kindes nehmen nur winzige Einzelheiten war, welche dann aber genau registriert werden. Zwei weitere Aspekte der Wahrnehmung sind das Sehen und Hören. Wenn wir von einem autistischen Kind angesehen werden, haben wir oft das Gefühl, es würde durch uns durchsehen. Sprechen wir es dann an, erfolgt meist keine Reaktion und wir stellen uns die Frage: „Kann es uns nicht hören oder möchte es uns nicht hören?“ Ändern wir den akustischen Reiz, in dem wir beispielsweise unsere Stimme durch einen hohen Piep Ton ersetzen, kann es durchaus zu einer Reaktion kommen. Aufgefallen ist mir in der Praxis auch immer wieder, dass Kinder mit frühkindlichem Autismus keine Wahrnehmung in Bezug auf Kälte bzw. Wärme und Schmerzen haben oder sie nicht zeigen.
Stereotype oder aggressive (auch gegen sich selbst) Verhaltensweisen zeigen sich oft durch Veränderungen ihrer Umwelt. Die stereotypen Verhaltensweisen dienen als Schutzfunktion, aber auch als Ausdruck ihres inneren verzweifelten Konflikts.
Als letzten Punkt möchte ich die übermäßige Bindung an Einzelobjekten erwähnen, denn so habe ich Maja kennengelernt.
Als Maja zu uns in die Kita kam, war sie circa ein Jahr alt. Zu dieser Zeit hieß es in unserem Hauskonzept noch: Gruppenarbeit. Da ich bei den Kindern im Jahr vor der Schule gearbeitet hatte, hatte ich nur sehr selten Kontakt zu ihr. Es gibt ein Bild, was ich vor Augen habe, wenn ich an diese Zeit zurückdenke.

„Maja steht mit Rucksack auf dem Rücken und Nuckel im Mund vor der Tür zur Treppe nach unten.“

Sonntag, 2. Oktober 2016

Lernen und die Bedeutsamkeit des Spiels


Im Duden steht unter dem Begriff „Lernen“, dass sich Menschen Wissen aneignen, sich etwas in ihrem Gedächtnis einprägen, Fertigkeiten erwerben oder ein Handwerk erlernen.

Da das Lernen von verschiedenen Sichtweisen her betrachten werden kann, wissen wir als Pädagogen, dass zum Lernen noch viel mehr dazu gehört!

Lernen kann unter anderem aus psychologischer, neurobiologischer oder pädagogischer Sicht erklärt werden. Jeder Bereich hat dabei einen anderen Schwerpunkt.

Lernen aus neurobiologischer Sicht hat als erstes mit der Hirnforschung zu tun. Durch Forschungsergebnisse wurde wissenschaftlich belegt, dass es Bedingungen gibt, unter denen Lernen effektiver und tiefgreifender von statten geht. Da unser Gehirn auf Emotionen reagiert, spielen diese beim Erwerb neuem Wissens eine große Rolle. Hierzu gehören auch das Interesse und die Motivation des Kindes.

Lernen aus psychologischer Sicht bedeutet die dauerhafte Änderung des Verhaltens oder Erweiterung des individuellen Verhaltensrepertoires, als Folge von Erfahrung und Übung.

In der Psychologie gibt es 4 verschiedene Arten des Lernens, die aufeinander aufbauen. Hierzu gehören die Habituation (Gewöhnung), klassische Konditionierung (Signallernen), operative Konditionierung (Lernen, dass einer Aktion eine Konsequenz folgt) und das komplexe Lernen (z.B. Anwendung einer Strategie bei einer Problemlösung). Gefühle haben auch hier einen enormen Einfluss auf den Lernvorgang. Negative Gefühle (Angst, Unlust) beeinträchtigen das Einprägen des Lernstoffes, positive Gefühle sowie Interesse und Motivation unterstützen die Aufnahme des Lernstoffes.

Was für uns als Pädagogen nicht vergessen werden darf, ist das Einbeziehen der kritischen und sensiblen Phasen in der Entwicklung des Kindes. Diese Phasen haben eine wichtige Bedeutung für die Erziehung und wir müssen sie kennen, um optimale Lernbedingungen für die Entstehung von bestimmten Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmalen in diesen Zeitabschnitten zu nutzen.

Erworbene Fähigkeiten, Verhaltensweisen in der kritischen Phase können nicht mehr verändert werden. Hierzu gehören beispielsweise die Bindungsfähigkeit (frühe emotionale Bindung des Säuglings bildet die Basis für spätere Beziehungen) und auch das Erlernen der Sprache (Erlernen der Muttersprache in den ersten 12 Lebensjahren). Auch der Zeitraum in der embryonalen Entwicklung wird als kritische Phase bezeichnet. Wachstum der Organe, Arme, Beine, Nervensystem und Sinnesorgane finden statt. Erfolgt eine Störung in der Entwicklung (z.B. durch Einnahme von Drogen), bleibt diese aus oder verändert sich. Diese Störung kann im späteren Entwicklungsverlauf nicht rückgängig gemacht werden.

Lernen aus pädagogischer Sicht bedeutet,

Donnerstag, 22. September 2016

ADHS in Bezug auf therapeutisches Reiten


ADHS hält immer mehr Einzug in unsere Gesellschaft. Vor allem Kinder wissen nicht mit ihrer Unruhe umzugehen und treffen häufig auf überforderte Eltern und Erzieher. Dies hat nicht selten die Folge, dass Kinder mit Psychopharmaka „ruhig gestellt“ werden oder ihnen einfach Vernachlässigung und Ablehnung bevorsteht. Oftmals werden Kinder mit ADHS falsch gefördert. Sie fallen in der Schule nur als „Störenfriede“ auf und bekommen meist nicht die gleiche Anerkennung wie andere Kinder. Dies kann dazu führen, dass diese Kinder schon früh aggressives Verhalten zeigen, auf Grund ihrer Hilflosigkeit.


Ich möchte hier versuchen einen Weg aufzeigen, wie diesen Kinder geholfen werden kann und das vielleicht sogar ohne Verabreichung von Psychopharmaka, die leider viel zu oft verabreicht werden. Vorne weg muss natürlich darauf hingewiesen werden, dass therapeutisches Reiten auch nur eine Therapie, wie jede andere Therapie ist und somit leider nicht jedem nützt. Erschwerend kommt noch dazu, dass keine Angst vor Pferden und auch keine Ablehnung vorhanden sein darf. Diese Therapieform soll auf Spaß aufbauen und wird von den meisten Patienten auch nicht als Therapie bezeichnet.


Eignet sich Therapeutisches Reiten als eine Therapie für Kinder im Elementarbereich mit der Erkrankung ADHS?

Sonntag, 4. September 2016

Integration oder Inklusion?

Integration oder Inklusion?

In der Integration sorgen wir dafür, dass bewusst durch bestimmte Maßnahmen dafür gesorgt wird, dass ein Kind oder eine andere Person Teil einer Gruppe wird. Dies ist in unserer täglichen Arbeit nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es, die Realisierung des Rechts aller Kinder auf gemeinsame Bildung und Erziehung durch Umdenken und Umgestalten zu erreichen.

Das ist Inklusion!

Hier geht es um die Vielfalt aller Kinder! Denken wir an unsere Ressourcen. Wie der Erwachsene bringt auch jedes Kind seine Ressourcen in die Kita. Zu diesen Ressourcen können auch Unterschiede wie Kultur, Sprache, Besonderheiten im Entwicklungsverlauf oder interkulturelle Kompetenzen gehören. Wichtig ist, diese als Bereicherung für unsere Arbeit zu sehen und nicht als Defizite.

Alle Aspekte von Vielfalt haben wir im Blick. Dabei lernt jedes Kind in seinem individuellen Tempo und auf seine eigene Weise. Dabei ist es besonders wichtig, dass wir es zulassen, dass jedes Kind die Möglichkeit bekommt, sich seinem eigenen Thema zuzuwenden. Unsere Aufgabe ist es ihnen unterstützend zur Seite zu stehen, sie wahrzunehmen und Anreize zu bieten, die zum Weiterforschen anregen. Wir bringen ihnen Vertrauen in ihre Fähigkeiten und Kompetenzen entgegen.

Die Kita dient für jedes Kind als Raum des „sicheren Hafens“. Kein Kind wird ausgeschlossen. Wir lernen gemeinsam voneinander und miteinander.

Das bedeutet Inklusion! Ich bin der Meinung, dass sich viele von Euch hier wiederfinden. Wenn dies der Fall ist, überlegt doch mal, wie eure Arbeit mit den Besonderheiten der Kinder genannt wird? Wie steht es in eurer Hauskonzeption? Integrationsarbeit? Oder Inklusion?


Sollte das Wort Integration in Erscheinung treten, überprüft doch mal, ob dieser Begriff nicht längst überholt ist, da ihr längst inklusiv arbeitet!

#Integration
#Inklusion